Die Geschichte von Easy Rider

Der Film „Easy Rider“ hat das Bild der Biker in der Öffentlichkeit geprägt, wie kaum einer vor oder nach ihm. Der Low Budget-Streifen aus dem Jahr 1969 eröffnete dem staunenden Zuschauer eine Welt unbeschränkter Lebenslust und Freiheit. Regisseur und Hauptdarsteller Dennis Hopper wurde mit „Easy Rider“ ebenso zur Legende, wie sein Partner Peter Fonda und der damals noch junge Jack Nicholson. Dabei war der Start mehr als holprig. Der Film drohte schon vor Veröffentlichung zum Desaster zu werden.

Der radikale Schnitt rettete das Werk

Hopper drehte sein Roadmovie bereits im Jahr 1968, doch der Streifen wollte und wollte nicht fertig werden. Monate nach Drehschluss erkundigten sich die Produzenten, wann denn endlich mit der endgültigen Fassung zu rechnen sei. Die Antwort versetzte ihnen einen Schock. Regisseur Dennis Hopper präsentierte ihnen einen Plan, den sie rundweg ablehnten. Die Originalfassung dauerte nicht weniger als viereinhalb Stunden. Das Werk sollte, wenn es nach dem Willen seines Schöpfers ging, nur in ausgewählten Kinos laufen. Die Eintrittspreise wollte er hochschrauben und Pausen während der Aufführung einlegen. Mit der Feststellung „das ist nicht Lawrence von Arabien“ schmetterten die Produzenten die verrückten Pläne ab. Doch der Regisseur gab nicht nach und wollte an seiner Vision festhalten. Das führte dazu, dass Hopper rausgeworfen wurde. Die Produzenten machten sich selbst ans Werk und kürzten „Easy Rider“ auf nur 95 Minuten zusammen. Selbst damit waren die Studiobosse nicht zufrieden, sie gaben dem Streifen keine Chance an den Kinokassen.

Zwei Outlaws gegen das Establishment

So kann man sich täuschen. Anders als die Macher der Columbia Studios war das Publikum begeistert. Der Film hatte das Lebensgefühl, das Ende der 1960er Jahre in den USA vorherrschte, perfekt eingefangen. Ein Kult war geboren. Die Story von „Easy Rider“ ist schnell erzählt. Die beiden Freude Billy und Wyatt setzten sich auf ihre Motorräder und fahren von Los Angeles aus quer durch die USA zum Mardi Gras nach New Orleans. Dabei treffen sie auf eine Hippie-Kommune, lesen so nebenbei einen kranken Anwalt auf und kämpfen vor allem gegen die Ignoranz und Dummheit der Menschen an, die ihren Weg kreuzen. Die Konflikte und Feindseligkeiten schaukeln sich immer weiter auf, bis es zu einem bitteren Ende kommt.

Zwei Outlaws gegen das Establishment
Zwei Outlaws gegen das Establishment

Über 50 Jahre alt und immer noch aktuell

Denkt man an „Easy Rider“, dann denkt man in erster Linie an Motorräder und die endlosen Highways der USA. Dabei hatte Regisseur Dennis Hopper mit seiner Geschichte ganz anderes im Sinn. Er wollte die politische Lage in den USA zu jener Zeit beleuchten und ein Statement gegen Intoleranz setzen. Die beiden Outlaws kämpften gegen das Establishment und wurden so zum Vorbild einer ganzen Generation. Der Soundtrack ist sicherlich mit ein Grund, warum „Easy Rider“ zur Legende geworden ist. Das Best-of des 60s-Rock ist bis heute eine Sternstunde. „Born to be Wild“ kennt jedes Kind, weitere Stücke wie „Wasn’t Born to Follow” von The Byrds fingen den Zeitgeist jener Tage perfekt ein. Der Film entstaubte das traditionelle Hollywood und legte das Fundament für eine ganze Generation von Regisseuren, die sich in Folge daran machten, die Film-Traumfabrik neu zu erfinden.